Augeschoben ist nicht Abgehoben

Wie angekündigt möchte ich den Beitrag für meinen Spaziergang am Freitag nachholen.

Mitacampus-Karte

Mitacampus-Karte


Bevor ich aber zum Spaziergang komme, möchte ich noch etwas zum Campus nachschieben. Wie ihr in der Karte seht, befinden sich kleine Nummern an den Gebäuden. Wenn ihr euch das Bilderalbum anschaut, dann findet ihr in den Bildnamen die Nummern in der Form ~Nummer~ wieder.

East Gate ~4~

East Gate ~4~


Alle bisherigen Veranstaltungen fanden im West Building ~12~ statt. Raus- und rein sind wir bis jetzt immer durch das East Gate ~4~ gegangen, wohl auch, weil der Eingang irgendwie einen sich wichtig vorkommen lässt.

Nun aber zurück zum Spaziergang.

In Gedanken bin ich also gerade mit dem Mittag fertig und wandere planlos los. Und wohin läuft man, wenn man keine Ahnung hat? Man läuft auf etwas Bekanntes zu.

Tokyo Tower

Tokyo Tower


Vom Tokyo Tower habe ich immerhin schon mal etwas gehört. Er ähnelt vom Aufbau sehr dem Eifelturm, ist aber sechs Meter höher. Das war wohl eine „Aus-Prinzip“-Aktion. Selber bin ich aber nicht oben gewesen, da ich gar nicht erst gewagt habe, zuschauen, wie teuer die Auffahrt ist.

Wie man wohl auch an dem Bilderalbum ansieht, wirkt der Turm ziemlich beeindruckend wenn man davor steht. Dort bin ich auch dann gar nicht aufgefallen, denn es wimmelte nur so von Touristen. Es ist mir also nicht schwer gefallen, unauffällig in der Masse unterzutauchen.

Kleiner Schrein

Kleiner Schrein


Um meinem Individualismus-Drang (ja, ich bin Separatist) nachzukommen, habe ich dann den kleinen Park in der Nähe aufgesucht. Dort stand dann einer der vielen kleine Schreine, die allesamt ordnetlich gepflegt und geputzt werden.

Auf meinem weiteren Weg war ich dann voller Endeckerdrang. Prompt bin ich auf den nächsten kleinen Park gestoßen, der sich dann als Friedhof herausgestellt hat.

Friedhof

Friedhof

Große Halle des Zōjō-ji

Zōjō-ji


Von wegen, kleiner Park mit Friedhof. Es hat sich herausgestellt, dass zu dem Friedhof ein riesiges Tempel gehört, der Zōjō-Tempel.

Bisher dachte ich immer, dass Tempel immer etwas kleines, kuscheliges haben. Der war allerdings echt groß.

Große Halle des Tempels

Große Halle des Tempels

Torii des Zōjō-Tempels

Torii des Zōjō-Tempels

Seitoku Universität

Seitoku Universität


Auf meinem weiter Weg musste ich mehrmals an die Belehrung denken, die wir bezüglich Erdbeben bekommen haben. Nicht, dass der Boden gezittert hat, aber bei manchen Gebäuden denkt man einfach: „Wie können die denn stehen?“ Allgemein ist die Tokyoter Architektur einigermaßen wunderlich. Zwischen den Hochhäusern findet man in regelmäßigen Abständen kleine Einfamilienhäuser oder auch einmal einen kleinen Schrein. Einige der kleinen Einschübe habe ich auch im Bilderalbum.

Parkhaus

Parkhaus


Auf der anderen Seite haben auch recht klevere Lösungen. Unter anderem bauen die Parkhäuser nicht wie hier mit Ein- und Auffahrt. Stattdessen stellen die ihr Auto in einer Art Fahrstuhl, der dann das Auto vertaut. Das Bild zeigt eine kleine Variante, weil man da etwas sieht. In Yokohama habe ich solch ein Parkhaus gefunden, welches so hoch wie ein 15 stöckiges Haus war. Ansonsten sah es auch aus, wie ein ganz normales Haus, außer dass es keine Fenster hatte und als Eingang halt die Einfahrten zu den Fahrstühlen.

Ich brauch wahrscheinlich nicht erwähnen, dass man natürlich genügend Einweise abgestellt hat, die mit großen Gesten jeden Parkgast begrüßen und für den Fahrer auf den Verkehr achten. Wie parken wir denn hier ohne solche Hilfen ein?

Hachiman-Schrein

Hachiman-Schrein


Da ich eben von kleinen Häusern und Schreien zwischen den Hochhäusern gesprochen habe. Der Hachiman-Schrein ist einer davon. Dieser Schrein hat wohl irgendwas mit Kindern oder mit beruflichen Erfolg zu tun. Alle Betenden waren offensichtlich arbeitende Frauen auf dem Weg nach Hause.

Hachiman-Tier-Schrein

Hachiman-Tier-Schrein

Ganz erschließt sich mir dann allerdings nicht, wie sich der Schrein mit Tierstatuen da einordnet. Nicht desto trotz sind die Schreine sehr erstaunlich. Kaum 20 Meter von der Straße befindet man sich plötzlich weit entfernt von der Stadt. Man hört tatsächlich nur noch Vögel und Grillen (nein, damit meine ich nicht „Fleich-Über-Feuer“).

Feuerwehrauto

Feuerwehrauto


Ein letztes Schmankerl habe ich auf dem Rückweg gefunden: Das wohl kleinste Feuerwehrauto, dass ich je gesehen habe. Aber dafür ist es umso lauter. Die haben im übrigen aus zwei verschiedene Signale beim Fahren. Wenn die an eine Kreuzung kommen, wird nicht bei uns der Ton noch nervender, sondern die spielen ein Band mit einer netten Durchsage ab. Am Ende des Jahres kann ich euch vielleicht auch übersetzen, was die da sagen.

Kennt ihr eigentlich schon meinen Zimmernachbarn Nicola? Wir teilen uns gemeinsam eine Wohnung (das heißt Bad, Küche und Balkon). Er kommt aus Italien und hat schon fünf Jahr Japanisch hinter sich. Leider haben noch viel gemeinsam unternehmen können, da wir die ersten Tage nur damit beschäfigt waren, uns irgendwo zu registrieren und neue Formulare auszufüllen.

Nicola

Nicola

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5 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Franz
    Sep 14, 2010 @ 08:05:31

    hey hobbybl.,

    ist der Tokyo Tower eigentlich auch von Eifel?
    Und deine Beschreibung von den kleinen Häusern zwischen
    den großen hat mich an diverse Geschichten von sogenannten „Nail Houses“
    erinnert. Da habe ich spontan auch eine Geschichte wiedergefunden:
    http://visboo.com/Land-Wars-in-China.html
    Aus dem Land, aus dem der Begriff auch eigentlich stammt.

    Grüße

    Antwort

    • hobbyblobby
      Sep 14, 2010 @ 09:07:52

      Im verlinkten Wikipediaartikel steht rechts im Kasten, dass der Architekt Tachū Naitō ist.

      Antwort

      • Franz
        Sep 15, 2010 @ 22:29:06

        Ei, verpeilt, aber ich habe gerade mal den Artikel angelesen auf Wikipedia, und festgestellt, dass der Eifelturm in Paris die Vorlage war für den Turm, da lag ich ja doch nicht so falsch. 😉
        Grüße

        Antwort

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